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Rosa Barach - Deutsch-Oesterreich

Lehrbrief (Quelle. wikipedia - pd)



Es steht ein Land so weit und groß,
Das sich zum Sitz die Treu erkoren,
Dies Land es trägt das Glück im Schoß,
Heil dem, der in dem Land geboren.
Auf allen Wegen
Blühender Segen
Freundlich dir lacht,
In seinen Gauen
Kannst du erschauen
Frieden und Macht.
Ist dir’s bekannt
Dies schöne Reich?
Ich nenn’ es  gleich:
Es ist das schöne, es ist das große, das treue Oesterreich!


Es steht ein Blümlein wunderhold
Auf seinen hoffnungsgrünen Fluren,
Erblüht im Frühlingssommergold
Trägt es der Freiheit lichte Spuren.
Wo es erglühet,
Allda blühet
Friede und Glück.
Darf zu den fernen
Leuchtenden Sternen
Tragen den Blick.
Und dieses Land
Wo sie entstand,
Dies schöne Reich
Ich nenn’ es gleich
Es ist das schöne, es ist das treue, das freie Oesterreich!


Und haltet hoch dies heil’ge Land,
Für das einst unsre Väter litten,
Sie haben uns des Glückes Pfand
Im deutschen Oesterreich erstritten.
Ihr Ruf erbrauste,
Wie Sturm er sauste
Zum Licht durch Nacht!
Darum wir halten
Wie einst die Alten
So treu die Wacht!
In diesem Land
Am Donaustrand,
In diesem Reich,
Dem keines gleich,
In diesem treuen, in diesem freien, dem deutschen Oesterreich!


Und wenn und Haß und Tücke droh’n,
Und Zwietracht und das Glück verneinet,
Dann scharen wir uns um den Thron,
Dem wir in Leid und Freud geeinet.
Auf denn, ihr Brüder,
Wir seh’n uns wieder
Vor’m Feind, will’s Gott.
Ein Mann wir stehen
Freudig wir sehen
Im Kampf und Tod,
Für dieses Land
Am Donaustrand,
Für dieses Reich
Dem keines gleich,
Für dieses treue, für dieses freie, für’s deutsche Oesterreich!


Dies künde laut, o du mein Lied,
Trag es bis an die fernsten Marken,
Was Oestereichs Herzen stolz durchglüht,
Des deutschen Oesterreichs, des starken.
Bis zu den fernen
Leuchtenden Sternen
Trag es empor,
In Jubelworten
Künd’a ller Orten
Freudig im Chor:
Dies schöne Land
So wohl bekannt,
Dies große Reich,
Dem keines gleich,
Es ist das treue, es ist das freie, das deutsche Oesterreich!


aus: Unsere Frauen in einer Auswahl aus ihren Dichtungen, Herausgegeben von Karl Schrattenthal, Verlag Greiner & Pfeiffer, Stuttgart, 1888, S. 7 ff.







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Sophie Jacot des Combes - Zeit

Zeit.

Zeit fliesst wie ein Strom,
in den wir greifen;
wir spüren ihn fliehn
und halten ihn nicht.


Schneller und schneller
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zieht uns tief
zu sich hinab.


Schon netzt er kühl
unsere Stirnen. Gebeugt
harren wir einer Welle,
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Aus: Sophie Jacot des Combes,Gedichte und Variationen, Art. Institut Orell Füssli, Zürich, 1922




Margarete Beutler - Und doch

Und doch . . .
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Marie Eugenie Delle Grazie - Abschied

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Vollmondnacht!


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In die Nacht, so ahnungsschwül –
Wund mein Herz ....


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Meine Seel’ fühl’ ich verbluten
Und mein Herz pocht heiß und wild –
Sieh’, da winkt’s!


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aus: Marie Eugenie Delle Grazie, Italische Vignetten, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892, S. 87