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Amy Lowell – Tagundnachtgleiche - Vernal Equinox

Tagundnachtgleiche


Der Duft von Hyazinthen liegt wie ein blasser Nebel,
liegt zwischen mir und meinem Buch.
Und der Südwind, der den Raum erfüllt,
lässt die Kerzenflammen beben.
Meine Gedanken fesselt ein Regenspritzer
auf dem Fenstersims,
und das junge Grün draußen in der Nacht
wird mir zur Qual.


Warum bist du nicht hier, mich zu umfangen
mit der Macht und Kraft deiner Liebe?


Übertragen von Maoi Milalis (copyrighted)


Vernal Equinox


The scent of hyacinths, like a pale mist,
Lies between me and my book;
And the South Wind, washing through the room,
Makes the candle quiver.
My nerves sting at a spatter of rain on the shutter,
And I am uneasy with the thrusting of green shoots
Outside, in the night.


Why are you not here to overpower me with your tense and urgent love?



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Sophie Jacot des Combes - Zeit

Zeit.

Zeit fliesst wie ein Strom,
in den wir greifen;
wir spüren ihn fliehn
und halten ihn nicht.


Schneller und schneller
hastet er dahin,
zieht uns tief
zu sich hinab.


Schon netzt er kühl
unsere Stirnen. Gebeugt
harren wir einer Welle,
die uns umfasst.




Aus: Sophie Jacot des Combes,Gedichte und Variationen, Art. Institut Orell Füssli, Zürich, 1922




Margarete Beutler - Und doch

Und doch . . .
Hier ist es still an meinem dunklen Teiche,
Den nur der Mondfrau blasser Schleier streift,
Und ich bin Fürstin diesem Abendreiche,
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Und ich befehle meinem dunklen Teiche,
Und ich befehle seinen lauen Fluten,
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Und zwischen meinen Blumen will ich liegen
Und meinen Leib an's starre Schilfgras schmiegen.

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Ich sehne mich nach einem wilden Sehnen,
Ich sehne mich nach schw…

Marie Eugenie Delle Grazie - Abschied

Vollmondnacht! Von allen Hügeln
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Auf des Südwind’s trägen Flügeln
Schwimmt’s narkotisch zu mir her –
Vollmondnacht!


Wund mein Herz .... der Wogen Rauschen
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Wie’s mich lockt, hinabzulauschen,
In die Nacht, so ahnungsschwül –
Wund mein Herz ....


Sieh’, da winkt es aus den Fluthen,
Geisterhaft – Neapel’s Bild!
Meine Seel’ fühl’ ich verbluten
Und mein Herz pocht heiß und wild –
Sieh’, da winkt’s!


Und Vineta’s muß ich denken,
Ach! und jedes Augenblick’s,
Da ich fern’ werd’ dein gedenken,
Du Vineta meines Glück’s –
Meines Glück’s!


aus: Marie Eugenie Delle Grazie, Italische Vignetten, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892, S. 87