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Anna Behrens-Litzmann - Nicht mit dem Tode will ich Streit

Scott Cumming - Katrina wc (copyright 2011 scott cumming)


Nicht mit dem Tode will ich Streit.

Nicht mit dem Tode will ich Streit,
Nur mit dem Leben,
Dem Tode halt ich mich bereit,
Ist’s an der Zeit.
Dem Lebenselend aber will
Ich nichts von meiner Seelenruh’,
Nicht einen Hauch und Schatten geben.


So ist’s ein Kampf vom Morgenglühn
Zum Abendsegen,
Zuweilen frisch und froh und kühn,
Wenn Blumen blühn,
Auf meinen Hoffnungswiesen weit, —
Zuweilen aber bin dem Feind
In banger Nacht ich unterlegen.


Doch grüßt mich wieder fromm und mild
Der neue Morgen,
Dann spiegelt sich in meinem Schild
Des Lebens Bild,
Schön, wie es einst mein eigen war,
Und mit dem Schilde deck’ ich mich,
Und mit dem Schilde fühl’ ich mich
Vor jedem neuen Feind geborgen.


*
aus: Anna Behrens-Litzmann, Gedichte, Weiß'sche Universitäts-Buchhandlung, Heidelberg, 1920


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Margarete Beutler - Und doch

Und doch . . .
Hier ist es still an meinem dunklen Teiche,
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Sophie Jacot des Combes - Zeit

Zeit.

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Schneller und schneller
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Schon netzt er kühl
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Aus: Sophie Jacot des Combes,Gedichte und Variationen, Art. Institut Orell Füssli, Zürich, 1922




Marie Eugenie Delle Grazie - Abschied

Vollmondnacht! Von allen Hügeln
Nieselt’s silberblau in’s Meer,
Auf des Südwind’s trägen Flügeln
Schwimmt’s narkotisch zu mir her –
Vollmondnacht!


Wund mein Herz .... der Wogen Rauschen
Scheucht die Ruh’ von meinem Pfühl –
Wie’s mich lockt, hinabzulauschen,
In die Nacht, so ahnungsschwül –
Wund mein Herz ....


Sieh’, da winkt es aus den Fluthen,
Geisterhaft – Neapel’s Bild!
Meine Seel’ fühl’ ich verbluten
Und mein Herz pocht heiß und wild –
Sieh’, da winkt’s!


Und Vineta’s muß ich denken,
Ach! und jedes Augenblick’s,
Da ich fern’ werd’ dein gedenken,
Du Vineta meines Glück’s –
Meines Glück’s!


aus: Marie Eugenie Delle Grazie, Italische Vignetten, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892, S. 87