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Nina Camenisch - Der Heinzenberger Grat und Versam

Kirche von Versam (GNU Free Documentation License, Version 1.2
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Die Aufnahme stammt von Adrian Michael



Der Heinzenberger Grat und Versam.

Wie schön von dieser Alpenhöh’
Malt sich das weite Land!
Doch steh’ ich hier in stillem Weh,
Den Blick dorthin gewandt.


Denn jenes kleine Dörflern nur
Füllt meine Seele ganz;
Dort blüh’n so lieblich Baum und Flur
Im dunkeln Waldeskranz.


Dort steht das Haus, wo rosig mir
Der Kindheit Traum entflog;
Zu dem es mich so oft von hier
Mit heißem Sehnen zog;


Wo treue Liebe mich gepflegt.
Die nun im Grabe ruht.
Auf jenem Friedhof, dicht umhegt
Von gold’ner Aehren Fluth.


Du Raum, wo ich als Kind gespielt,
Sei mir gegrüßt von fern!
Du, meiner ersten Heimat Bild,
Bist meines Lebens Stern,


Bist meine Welt, mein Paradies,
Willst du mein Grab auch sein?
Hier muß selbst Todesruhe süß
Wie sanfter Schlummer sein.


Aus: Blumenlese aus den neuen Schweizerischen Dichtern, Herausgegeben von Heinrich Kurz, Verlag von Friedrich Schultheß, Zürich, 1860






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Sophie Jacot des Combes - Zeit

Zeit.

Zeit fliesst wie ein Strom,
in den wir greifen;
wir spüren ihn fliehn
und halten ihn nicht.


Schneller und schneller
hastet er dahin,
zieht uns tief
zu sich hinab.


Schon netzt er kühl
unsere Stirnen. Gebeugt
harren wir einer Welle,
die uns umfasst.




Aus: Sophie Jacot des Combes,Gedichte und Variationen, Art. Institut Orell Füssli, Zürich, 1922




Margarete Beutler - Und doch

Und doch . . .
Hier ist es still an meinem dunklen Teiche,
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Marie Eugenie Delle Grazie - Abschied

Vollmondnacht! Von allen Hügeln
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Schwimmt’s narkotisch zu mir her –
Vollmondnacht!


Wund mein Herz .... der Wogen Rauschen
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Wund mein Herz ....


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Meine Seel’ fühl’ ich verbluten
Und mein Herz pocht heiß und wild –
Sieh’, da winkt’s!


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Ach! und jedes Augenblick’s,
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Du Vineta meines Glück’s –
Meines Glück’s!


aus: Marie Eugenie Delle Grazie, Italische Vignetten, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892, S. 87