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Anna Behrens-Litzmann - Schlaflose Nächte

Winslow Homer - Summer Night



Schlaflose Nächte.




Schlaflose Nächte, klage ich über euch?
Ihr, der geheimsten Kräfte stille Erwecker,
Ihr, die Gespinste webt, zu zart für die Sonne,
Und noch aus Schmerzen, wie sie der Tag nicht vergißt,
Flammen  entzündet, die hell das Dunkel durchleuchten.
Ihr, die ihr Schatten begrabt und lärmender Stimmen
Wertlosen Schall. — Die verängsteten Seelen
Badet in tiefen Brunnen sel'gen Vergessens,
Oder fließenden Strömen von Welt zu Welt,
Daß sie geläutert grüßen das heilige Licht,
Wenn mit leisem Gesang der Morgen sich kündet.
Schlaflose Nächte, — ich danke und segne euch!


Aus: Anna Behrens-Litzmann,Gedichte, Weiß'sche Universitäts-Buchhandlung, Heidelberg, 1920
Als eBook (pdf/ePub) und als eText bei ngiyaw eBooks, Digitalisat der Vorlage vorhanden



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Sophie Jacot des Combes - Zeit

Zeit.

Zeit fliesst wie ein Strom,
in den wir greifen;
wir spüren ihn fliehn
und halten ihn nicht.


Schneller und schneller
hastet er dahin,
zieht uns tief
zu sich hinab.


Schon netzt er kühl
unsere Stirnen. Gebeugt
harren wir einer Welle,
die uns umfasst.




Aus: Sophie Jacot des Combes,Gedichte und Variationen, Art. Institut Orell Füssli, Zürich, 1922




Margarete Beutler - Und doch

Und doch . . .
Hier ist es still an meinem dunklen Teiche,
Den nur der Mondfrau blasser Schleier streift,
Und ich bin Fürstin diesem Abendreiche,
In das kein fremdes Menschendenken greift —
Und ich befehle meinem dunklen Teiche,
Und ich befehle seinen lauen Fluten,
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Die einsam auf den hohen Stielen thronen
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Allein in meinem schweigenstarken Eden,
Ich sehne mich nach heißen Liebesreden.
Ich sehne mich nach einem wilden Sehnen,
Ich sehne mich nach schw…

Johanne Juliane Schubert - Dort erst ist vollkommne Freundschaft

Dort erst ist vollkommne Freundschaft.


Ach, es ist hienieden
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Wahre Freundschaft schwindet
Immer mehr und mehr;
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Stolz und Leichtsinn schleichen
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Freuden zu entweihn.


Neid und Mißgunst trennen
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An der Tugend Hand.


Edler Wunsch nach Freundschaft!
Wenn wirst du erfüllt?
Und o stilles Sehnen!
Völlig mir gestillt?


Dort in jenem Lande
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Wirds einst besser werden,
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Sich der Freundschaft weihn
Werd auch ich einst ewig
Ihres Glücks mich freun.


Dort, wird nie ein Stöhrer
Sel'ger Freundschaft seyn!
Und zum Himmel gehet
Nicht der Leichtsinn ein.



Dort erst ist der Freundschaft
Wahres Vaterland,
Dort erst wird die Größe
Ihres Werths bekannt.


Sei getrost, o Seele!
Unter Spott und Neid:
Einst wirds besser werden
In der Ewigkeit!


aus: Gedichte der Webers-Frau Johanne Juliane Schubert…