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Maria Janitschek - Mädchenfrage

Maria Janitschek


Mädchenfrage.


Als Kind hab ich oft geweint,
wußt nicht, warum,
nun muß ich oft heimlich lachen,
weiß nicht warum.


Es greift in meine Saiten
eine rätselhafte Hand,
ein Fremdes will mich leiten
in ein unbekanntes Land.


Seltsam wunderliche Gedanken,
die mein Wort nicht nennen kann,
baun um mich purpurne Schranken
und halten mich in Zauber und Bann.


Ich fasse dich nicht o Leben,
weiß nicht, wer wir beide sind,
weiß nicht, wohin wir streben,
wo ich mein Ziel wohl find.


Als Kind hab ich oft geweint
wußt nicht, warum …
nun muß ich oft heimlich lachen,
weiß nicht, warum.


Aus: Maria Janitschek, Im Sommerwind, Verlag Kreisende Ringe, Leipzig, 1895
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Margarete Beutler - Und doch

Und doch . . .
Hier ist es still an meinem dunklen Teiche,
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Zeit.

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Aus: Sophie Jacot des Combes,Gedichte und Variationen, Art. Institut Orell Füssli, Zürich, 1922




Marie Eugenie Delle Grazie - Abschied

Vollmondnacht! Von allen Hügeln
Nieselt’s silberblau in’s Meer,
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Schwimmt’s narkotisch zu mir her –
Vollmondnacht!


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Scheucht die Ruh’ von meinem Pfühl –
Wie’s mich lockt, hinabzulauschen,
In die Nacht, so ahnungsschwül –
Wund mein Herz ....


Sieh’, da winkt es aus den Fluthen,
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Meine Seel’ fühl’ ich verbluten
Und mein Herz pocht heiß und wild –
Sieh’, da winkt’s!


Und Vineta’s muß ich denken,
Ach! und jedes Augenblick’s,
Da ich fern’ werd’ dein gedenken,
Du Vineta meines Glück’s –
Meines Glück’s!


aus: Marie Eugenie Delle Grazie, Italische Vignetten, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892, S. 87