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Marie Rudofsky - Mein Garten

Vincent van Gogh - Marguerite Gachet in ihrem Garten


Mein Garten


Mein ganz kleinwinzig Gartenland,
Inmitten niedrer Hecken,
Auch du sollst dich für's Vaterland
Nach besten Kräften recken.


Sollst statt der sonst'gen Blumenpracht
Jetzt Kraut und Rüben treiben
Und nicht nach lauer Frühlingsnacht
Erstaunt die Augen reiben.


Sollst Knollen und Kartoffelbrei
In deinem Schoße tragen
Und nicht im Wonnemonat Mai
Nach Blütendüften fragen.


Sollst frisch mit Lauch und Thymian
Ein Gurkenbeet umsäumen
Und nicht in eitlem Größenwahn
Von Marschallrosen träumen.


Mein ganz kleinwinzig Gartenland,
Inmitten nied'rer Hecken,
Du brauchst dich heut' im Kriegsgewand
Vor niemand zu verstecken.


Sei stolz darauf, wie jeder Held
Im rauhen Ehrenkleide
Und stempeln and're dich zum Feld,
Verdankst du's nur dem Neide.


Doch einmal, Gärtchen, einmal — bald,
Wenn wir den Frieden schließen,
Dann soll ein ganzer Blumenwald
Aus deinen Beeten sprießen.


Aus: Marie Rudofsky, Donauwacht, Verlag der k. k. Gesellschaft vom Österreichischen Silbernen Kreuze, Wien, 1917
Dieses Gedicht unterliegt dem Copyright
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der RechteinhaberInnen




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In die Nacht, so ahnungsschwül –
Wund mein Herz ....


Sieh’, da winkt es aus den Fluthen,
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Meine Seel’ fühl’ ich verbluten
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Sieh’, da winkt’s!


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Meines Glück’s!


aus: Marie Eugenie Delle Grazie, Italische Vignetten, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892, S. 87