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Maoi Milalis - Sterben

Sterben

Schon lange kannten wir das Ende
Das kommen würde ohne Rast
Wir sahen es vor unsren Augen
Und harrten seiner ohne Hast


Doch so wie alles, wenns noch nicht ist
Dem Tatsächlichen nicht entspricht
So blickte ich unvorbereitet
Dem Tod ins blanke Angesicht


Dein letzter Wunsch, ich sollts erfüllen
Ich versprach’s, du bist mein Leben
So wie ich dich in Lust umarmte
Nähe sollte ich dir geben


Noch lange nach dem Tode
Hielt ich dich fest gedrückt
Ich werd es nie vergessen
ein letztes Mal beglückt


Doch dann sah ich die Blässe
Statt deines Lebens Rot
Ich konnt nicht von dir lassen
Und wünschte ich wär tot


* * * * * * * * * * * * *


Nach Jahren deiner Ferne
Fühl ich dich in den Armen
Doch spür ich keine Wärme
Der Tod kennt kein Erbarmen




Maoi Milalis copyrighted



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Johanna Beckmann - Die sterbende Geduld

Die sterbende Geduld

Ich  ging in Liebe und Leid den Weg.
Wieder und wieder fragt ich um Ruh
Viel hundertmal.
Keiner hatte Erbarmen.

Leben du —
Warum quälst du die Seele zu Tod
Jeden Tag, jede Nacht —
Und senktest so tief
Ein warm Verlangen
Wie träumenden Samen
Fragend still
In der Seele Tiefen?

Ich habe gewollt,
Es war zu schwer.
Laß mich sterben!
Ich kann nicht mehr.

Aus: Johanna Beckmann, Traum und Tat, Gedanken und Schattenbilder, Rösl und Cie., München, o. J.



Herta Graf - Venedig

Venedig

Im Salzhauch der Winde zerbröckeln
die Spitzengewirke aus Stein,
mit denen die Serenissima
sich schmückte, als ihre Galeassen
unter San Marcos
rotgoldenem Löwenbanner
die Adria beherrschten;


noch immer voll Grazie
wiegt sich der Totentanz
der Paläste und Kirchen
am Kanal Grande,
dunkel widerspiegelnd den Abglanz
vergangener, ruhmreicher Tage;


unruhvoll bebt die Lagune
im Pulsschlag des Meeres,
von Marghera vergiftet
bis ins Mark;


o sterbende Stadt,
die schönste der Erde;
der Mensch aber sucht Kontakt
zu fernen Planeten.




Aus: Labile Harmonien. Schwäbisch Gmünd: Einhorn-Verlag 1994, S. 23. In den Band aufgenommen wurden 50 Gedichte, die aufgrund einer 1993 erfolgten Ausschreibung aus 327 Eingesandten von einer Jury ausgewählt wurden.
Herta Graf (1911-1997)


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Copyright holder Klaus Graf (Wikipedia Commons)




Margarete Beutler - Und doch

Und doch . . .
Hier ist es still an meinem dunklen Teiche,
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Ich sehne mich nach heißen Liebesreden.
Ich sehne mich nach einem wilden Sehnen,
Ich sehne mich nach schw…