Donnerstag, 24. März 2011

Maria Janitschek - Frühlingsnacht

Maria Janitschek



Frühlingsnacht.


Auf den stillen Feldern träumt das Mondlicht
seinen weißen Traum und küßt die Blumen,
bis sie blaß und blässer werden. Silbern
glänzt der Teich im Tann; wie schneeige Schleier,
die versteckte Nixen von sich streifen,
blitzts auf seiner spiegelklaren Fläche.


Weiße Rauche dampfen aus den Thalen,
wo der Armut Hütten lichtverklärt sind
und vertraute Grüße lautlos wechseln
mit des kleinen Kirchhofs niedern Kreuzen ..


Weißer Friede, weißer weicher Friede –


aus: Maria Janitschek, Im Sommerwind, Verlag Kreisende Ringe, Leipzig, 1895



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